
Soroti Part II
July 8, 2008Morgen gehts nach Soroti. Mit dem Bus. Und meinen gesamten Habseligkeiten. Meine Begeisterung, Kampala zu verlassen hält sich in Grenzen. Aber die Arbeit wird sicher interessant. Mehr gibts eigentlich auch nicht zu erzählen. Ich lasse hier viele Freunde und eine gute Zeit zurück. Wäre gerne länger in meiner Wohnung geblieben. Aber 6h Bus ist ja auch nicht die Welt.
Zu ugandischem Essen möchte ich immer noch etwas schreiben, aber nicht heute. Muss noch packen und abschiedsessen essen.
Hier sind ein paar Fotos von Ssese und unserer Housewarming-Party.
Ssese war übrigens entspannend wie immer. War sogar ein wenig auf dem Rad gesessen (+mörderischer Abfahrt ohne Bremsen). Die Opposition versucht immer noch, wichtige Politiker aus der NMR rauszulocken (Rugunda und der Vizeminister – vielleicht sieht man das Dreamteam der fast erfolgreichen Juba Peace Talks Ruganda und Norbert Mao von der DP in einem Bündnis für 2011). FDC ist mit ihrem jetzigen Vorsitzenden Besigye nicht koalitionsfähig, obwohl sie doch Bunyoro und Teso gewinnen könnten. Viele Jüngere FDC sind Publicity-clowns, weil man sich in diesem Land weniger durch ein gutes Programm als durch kernige Sprüche und Beschuldigungen gegen die Regierung einen Namen macht (am besten ist auch, wenn man mal im Gefägnis war, sei es wegen Korruption oder Vergewaltigung – man ist ein Opfer des Systems). Die zweitgrößte Oppositionspartei DP hätte mit Mao einen fähigen Kandidaten, aber die partei hat ihre Basis in Buganda und wird wohl einen Kandidaten aus dieser Region (Moslem oder Katholik) dem Acholi und Anglikaner Mao vorziehen. Allerdings scheint der jetzige Vorsitzende Ssebaana das Rennen aufgegeben zu haben. Als weitere Kandidaten bleiben der Bürgermeister von Kampala, Alhajji Nasser Ssebaggala oder der Kampala Central MP Erias Lukwago. Oder der durchaus fähige Chef der Jugendorganisation der Partei. Ob man aber um Mao (oder einen anderen) ein großes Bündnis organisieren kann ist fragwürdig. Die UPC ist wahrscheinlich noch am ehesten in eine Mao-Koalition zu bringen, was einige Prozente aus Norduganda bringen dürfte. Aber am Ende holt die FDC die Mehrheit in Bunyoro und Teso, dazu vielleicht 15% im Rest des Landes. DP gewinnt Buganda und Busoga, holt aber höchstens noch einiges im Westen. Die Conservative party und Die Sozialdemokraten stehlen einige Stimmen von der DP. UPC holt sich Acholiland und Langiland, und 0% im Rest. Was bedeutet: Museveni und die NMR erhält eine Blockwahl aus Ankole und Randgebieten wie Karamoja, und dazu im Landesdurchschnitt 35%. Besonders bei den Ugandern über 40 hat er CSU-Ergebnisse (wie zu besten Zeiten im tiefsten Niederbayern). Egal ob die NMR-Abweichler etwas organisieren können. Er muss gar nicht undemokratisch werden, um an der Macht zu bleiben (bis auf das er nach Verfassung keine vierte Amtszeit haben darf, aber dafür wird sich ein Weg finden), weil die Opposition mit zu vielen Egos bestückt ist und immer noch eine “es ist immerhin besser als früher”-Stimmung herscht.
Hab ich doch noch ein wenig content untergebracht. Ab zu den Bildern:
Williams und Daniel
Gerald am Grill
Meine liebenswerte Mitbewohnerin Kate
Daniel und Julius beim Fischen
Und da hat er was gefangen
Nach einem Tag Plantschen, in der Hängematte liegen, und der Stille zuhören, gibts am Abend wieder einen kitschigen Sonnenuntergang






Danke für deinen inspirierenden Blog. Er hat mir viel Überzeugungsarbeit geleistet. Mit liebem Gruss aus der Schweiz.