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Kasubi Town

June 9, 2008

Seit Dienstag habe ich wieder eine Küche mit Kühlschrank, was vielleicht nicht meinem Geldbeutel aber meinem Magen entgegenkommt. Ugandisches Take-Away macht meine Hosen eng und lässt mein Kinn verschwinden. (Der versprochene Essensbeitrag kommt auch bald.)

Die Küche steht in meiner neuen Wohnung (die soweit nichts besonderes ist) und diese neue Wohnung ist in Kasubi, kaum 500m entfernt von den Buganda-Königsgräbern. Das wars dann aber auch schon an Eigenheiten. Kasubi ist ein typisches Mittelklasse-Viertel mit Lehrern, Händlern und Angestellten. Grüne Hügel mit Häusern dazwischen, die zwar nicht gross sind, doch aus soliden Ziegeln gebaut und mit ordentlichen Dächern. Ein Stück die Strasse runter ist eine Kreuzung mit Boda und Matatu-Stand, einem Tante-Emma-Laden, zwei Bars, Videothek und Mammis, die auf kleinen Holzkohle-Grills Mais, Fleischspiesse und Chapatis zubereiten. Sehr gemütlich.

Keine Pork Joints und 24h Stauwie im Nachbarviertel Nakulabye, keine Fast-Food-Läden, Studentendiskos und Autowerkstätten wie in meiner vorherigen Heimat Wandegeya.

Im Erdgeschoss ist eine kleine Klinik und ein Copyshop. Neben uns wohnt eine gefühlt 20-köpfige Sudanesenfamilie und im 2.OG eine übermäßig fette Prostituierte.

 

Freitag wurde die obligatorische Einweihungsparty veranstaltet. War sehr amüsant. Gerald hatte einen Grill organisiert. Wenn man in Uganda eine Grillparty organisieren will, merkt man erstmal, wie bequem ein Barbecue in Deutschland sein kann. Wenn man zum Beispiel entdeckt, dass die Tüte mit 5kg Schweinefleisch, weder Steaks noch ordentliche Stücke für einen Spieß enthält, sondern einfach 5kg von Körperteilen eines toten Tieres, die ich dann mit unserem stumpfen Küchenmesser in essbare Stücke zerlegen musste. Von den 5kg blieb ungefähr 1kg übrig. Lecker selbergmetzgert.  Oder wenn einem die Grillkohle ausgeht, gibt’s keine Tankstelle, bei der man kurz vorbeifahren könnte.

War aber wie gesagt sehr amüsant. 50% WG-Party in D und 50% Pork Joint in UGA. Und die Mehrzahl der Gäste war neu für mich.

Und bei ugandischen Gästen kann man sicher sein, dass nichts übrig bleibt und auch noch der letzte Fetzen verbranntes Hähnchen gegessen und der letzte Vodka-Plastikbeutel geleert wird.

 

Das eigentlich Highlight war jedoch, dass Samstagmorgen kein Wasser da war (und auch bis heute nicht zurück ist) und wir uns in der Nach-Party-Trägheit nicht ausraffen konnten, Jerrycans mit abgefüllten Wasser für Abwasch usw. zu kaufen.

 

Heute geht die „very rigid search“ für einen Praktikumsplatz los. Da Feiertag ist (Heute vor 22 Jahren hat die NRA Kampala eingenommen), fange ich mit mails an, was wahrscheinlich nicht sehr erfolgreich sein wird.

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