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schon fast zu Hause

August 31, 2008

Bin fleissig am Arbeiten. Sonst gibt’s wenig Neues. Morgens steige ich um 8 auf mein Fahrrad und fahre zur Arbeit, um 13h mache ich Mittagspause und esse bei professor Ali. Danach wird zeitung gelesen und noch ein wenig gearbeitet. Um 17h geht’s nach Hause. Auf den Markt, Kochen, dann Billard spielen/Fussball schauen/Bier trinken,oder halt zuhause ein Video. Wenig zu tun, da kein Geld da ist (s.u.). Aber kein schlechtes Leben.Montag steht mal wieder ein Bürowechsel an. Nochmal zwei Wochen Karamoja. Wenn ich wieder nach Soroti zurückkomme, steht der Urlaub allerdings schon fast vor der Tür.

Meine erste Homepage für Teso Initiative for Peace ist fast fertig, nur hat der ded immer noch nicht den 2008/2 Etat überwiesen, sodass kein Geld da ist, eine vernünftige Adresse zu kaufen. Bisher steht die Seite noch unter der Arbeitsadresse:

www.tipsoroti.wordpress.com

Mein Mitbewohner Winston wird nach Lira verlegt und nimmt die halbe Einrichtung mit, aber dafür habe ich das ganze Haus für mich.

Und Jan, mein Kollege von TIP, geht auch nach Deutschland zurück. Die Zelte hier werden nach und nach abgebrochen und es fällt schwer, sich zu motivieren und noch mal was Neues anzufangen, neue Leute kennenlernen usw für die letzten paar Wochen.

 

Wie auch immer, da es wenig Neues von mir zu erzählen gibt, erzähle ich euch über ugandisches Essen:

 

Frühstück: Europäisch (Brot, Margerine, Ei), wenn man in den Schnöselvierteln Kololo oder Ntinda wohnt und sich „Mittelklasse“ nennt, gibt natürlich gesunde Sachen wie Müsli und Früchte. (Weetabix=ganz große Klasse)

Die originale Variante ist aber entweder Chapati (ein Pfannkuchen – Mehl, Öl, Wasser) oder Katogo. Das sind Kochbanenen in Sosse mit entweder Rindfleisch, oder ovals. Ovals wiederum sehen ekelerregend aus, schmecken widerlich, und bis heute habe ich immer noch nicht genau rausbekommen, welchen Teil der Innereien einer Kuh ich eigentlich gegessen habe (mein Tipp geht auf die Magenwand).

 

Die restlichen Mahlzeiten gehen in drei Gruppen: Snacks, Essen in der Bar und richtiges Essen. Die Einteilung mag etwas willkürlich erscheinen, da z.B. Leberle mit Pommes als Snack gelten und man durchaus satt werden kann. Grundsätzlich Snacks meist frittiert, Essen meistgekocht und Bar-Essen meist gebraten.

 

Erstmal zu den Snacks. Sind dem klassisch-deutschen Imbissbuden-Essen sehr ähnlich und werden entweder am Straßenrand oder in kleinen Snackbars verkauft. Die Auswahl ist ordentlich, vom gekochen Ei, über Chapati (oder mit einem Omelett zusammengerollt als „Rollex“ aufgewertet), Samosas (kleine frittierte Teigtaschen mit Hackfleisch oder Gemüse drin), geröstetem Mais, Cassava (schmeckt manchmal wie Maroni) oder Bananen, Erdnüsse geröstet oder gekocht (gekocht schmecken sie wie richtige Nüsse) mandazi (Krapfen – mit gekochtem Ei in der Mitte als „eggroll“), Pommes und die fleischigen Könige der Snacks: kleine frittierte Würstchen, Chaps (Hackfleisch mit verquirltem Ei drumrum in Chapatiform – in langlicher Form als „Kebab“). Alles salzig und fettig.

Eine besondere Sache sind Chicken and Chips. Wird bevorzugt beim ersten Date serviert (von Sugardaddies, die Uni-Studentinnen abschleppen wollen). Ist Pflicht und Teil des Vorspiels (zu Paarungsverhalten gibt’s vielleicht auch noch mal einen Beitrag). Keine Ahnung warum ein Brathähnchen mit Pommes das bevorzugte Abschleppmenü ist. Aber es hat auf jeden Fall einen hohen Status und geht in den 24h snackbars in wandegeya im minutenrhytmus über die Theke. Habe auch mal gehört, dass Musoga und Muganda-Frauen keine Hähnchen essen dürfen. (und Teso-Frauen keine ungerösteten Erdnüsse).

 

Wenn man gesund leben möchte, bedient man sich bei den billigen und köstlichen Früchten. Mangos sind zur Saison so unverschämt billig (habe einen Artikel zu lesen über einen Bauern, der sich beschwert hat, dass er seiner Familie nur Mangos servieren kann. Eine große Plastiktüte voll gibt’s außerhalb Kampalas schon für umgerechnet 40 cent und in Kampala selbst bekommt man auch noch vier große für den selben Preis. Außerdem Ananas, Papaya, Melonen, Orangen, Lemonen, Bananen, Passionsfrüchte (ist Maracuja eigentlich dasselbe), Guaven und Jackfruits. Im Westen gibt’s merkwürdige Früchte, für die es offensichtlich keine englische Entsprechung gibt. Eine Tomate, die nach Tomate-Guave schmeckt. Und das Highlight: Eine rote Frucht in Form einer länglichen Paprika. Das Mark ist essbar. Sie sieht aus wie eine Chilischote, brennt in der Kehle wie eine Chilischote, schmeckt aber wie gutes chinesisches Essen, da sich zur nur zum Ende dominanten Schärfe ein interessanter süß-sauer Geschmack gesellt.

 

Bevor ich mit meiner Kritik zum „richtigen Essen“ anfange, ein paar Sätze vorweg. Ugandisches Essen kann richtig gut schmecken, meist ist es aber einfach nur zum satt machen da. Ugandische Köche würzen zu wenig (klar, Gewürze sind teuer), Ugandische Esser sind zu konservativ (es gibt nur eine Art, wie man bestimmte Gerichte zubereiten darf). Es dauert eine Weile bis man gutes ugandisches Essen gefunden hat.

Ein Gericht besteht aus Food (Sattmachern) und Soup (Fleisch und Soße). Weitere Beilagen gibt’s eher selten. Die Auswahl an Food ist groß, es werden verschiedene Sattmacher wie Reis, Süsskartoffeln, Matoke (Kochbananenbrei), Cassava, Posho (Maisbrei), Irish („normale“ Kartoffeln) oder Pilaw (gewürzter brauner Reis) werden kombiniert. Im Norden dazu verschiedene Hirse und Sorghumbrei-Varianten

 

Die Soup ist entweder dünne Bratensosse oder Erdnusssoße. Auch hier ist der Norden überlegen mit Erdnuss-Zimt, Erdnuss-Sesam oder Erdnuss-Spinat-soßen. Fleisch ist bis zur Zerfaserung gekochtes Rindfleisch, Ziegenfleisch, Hähnchen. Am Hähnchen ist kaum was dran und das Rind und die Ziege können sehr zäh sein, da es gerade auf dem Land keine Kühlhäuser gibt und das Fleisch nicht abhängen kann.

 

Beilagen sind entweder Kraut, Greens (schmeckt ähnlich wie Spinat – in Karamoja sind es Kürbisblätter, aber man kann auch Erbsenblätter oder so verwenden), Bohnen oder Erbsen, und saisonal auch mal Aubergine oder merkwürdige bittere Mini-Auberginen.

 

Bar-Essen ist köstlich und muss unbedingt in Deutschland eingeführt werden.

Es besteht entweder aus traditionellen Gerichten oder gebratenem Fleisch. Tradionelle Gerichte beinhalten in Buganda (Teso und der Westem haben keine speziellen traditionellen Bar-Gerichte, und den Rest des Landes habe ich nicht kennengelernt) Luwombo (ein Hähnchen im Bananenblatt gegart), Ekigere (Gelenke von Tieren mit Fleisch dran), Bushmeat (erklärt sich selbst) oder die widerlichen ovals.

 

Geröstet wird alles vom Schweineohr bis zu Hähnchen-Gizzards (was ich da gegessen habe muss ich auch noch mal nachschlagen). serviert wird es entweder schon gemischt mit Zwiebeln, Kraut und Irish, oder auf einer großen Platte. Die Schweinefleisch-Spieße in der Mitte, drumrum das Standardmenü gerösteter Cassava, Tomaten, Avocado und der ugandische Chili Piri-Piri (entweder als Pulver mit Salz gemischt, oder frisch in kleinen Schoten). Selten gibt’s noch Kochbanenen oder Irish. Gegessen wird mit der Hand und alle Leute am Tisch von einer Platte. Sehr gesellig und passt gut zum Bier.

 

Getränke haben einen eigenen Beitrag verdient.

 

Zum Schluss noch mal ein paar Worte zu China. Habe die Spiele leider fast komplett verpasst. Uganda hat einen vierten Platz über 5000m und sonst nichts gewonnen. Habe Bolts 100m Weltrekord und ein paar Boxer gesehen. Den Rest nur über Radio und Internet.

Wie auch immer, die Kommentare zum Gastland in D habe ich verpasst. Aber sicher wurde jeder China-Bewunderer ausgebuht, wg. Menschenrechte und so. Und Guantanamo-Gleichsetzer relativieren den Völkermord in Darfur und sind, sicherlich, auch Antisemiten (ähnlich auch: siehe rechts). ich finde China immer noch mehr gut als schlecht und ein wenig bewundern schadet nichts:

China ist der größte Produzent von Bier, Computern, Kameras, Mobiltelefonen, Kühlschränken, Mikrowellen, Fitnessausrüstung, Schuhen, Textilien, Violinen und anderen Musikinstrumenten, Kohle, Reis, Fisch, Getreide, Kartoffeln, Bohnen, Raps, Edelsteinen, Talk, der größte Exporteur von Kleidung, Zahnpasta, Tabak, Äpfeln, Uhren, Pianos, Golfschlägern, Eisenerz, Stahl, Zwiebeln, Tomaten, Ziegenfleisch, Lamm, Zinn, Blei, Batterien, Metallblech, Spielzeug, Pilzen, AK-47 Sturmgewehren, Knoblauch, Technologie für Staudämme, Trauben, Honig, Impfstoffen, Kashmir, Antibiotika, Polyester, Hanfstoff, Zink, Wassermelonen, Solar Panels, Süßkartoffeln, Sesam, Sägen, Aluminium, Zigaretten, Zement, Baumwolle, Fernseher, Schulranzen, DVD-Player, Klimaanlagen, Essstäbchen, Fahrrädern, Holzprodukten, Reisekoffern, Reifen, CD-Rohlingen, Videokasseten, Landminen, Handtaschen, Solarlampen, Pferdefleisch, Bambus, Keramik, kleine Elektromotoren, Knöpfen, Bleistifte, Sportschuhe, Rindfleisch, Schweinefleisch, Leichtmetall für Fleugzeuge, Dosen, Energiesparlampen, Wolle, Erdnüsse, Karotten, Motorrädern, Eier, Akkus für Mobiltelefone, Dünger, PVC, Alkalisalze, Laminat-Röhren, Schiff-Container, Tee (außer Schwarztee), Pinienkerne und Solarzellen.

 

In Europa bekommt man wenig davon mit, aber wenn wie Uganda 70% der kaufbaren Produkte aus China noch mal 15% aus Indien und der Rest aus Uganda kommen, wird das Verhältnis etwas deutlicher.

 

Wie schon die Bibel schreibt:

Book of Revelation 16,12

“And the sixth angel poured out his vial upon that great river Euphrates, and tried up the water thereof, that a way might be prepared fort he kings from the rising sun.”

 

Schlussendlich sollten nicht wir entscheiden, ob China gut oder schlecht ist, dazu sind wir viel zu unbedeutend und China kann ganz gut ohne uns, was man an der geringen Anzahl von chinesischen Produkten bei uns sehen kann. China hat andere expandierende Exportmärkte, die brauchen uns nicht (und auch nicht unsere Autos und Baumaschinen – in Uganda gibt’s auch fast nur chinesische Modelle).

Die Zukunft könnte so aussehen: China macht die ganze wichtige Entwicklungsarbeit wie Infrastruktur, Fabriken usw., weil sie ihr Zeug verkaufen wollen und die Europäer den ganzen anderen Hippiekram wie Umwelt, HIV, Mikrokredite usw. damit wir uns gut fühlen und nicht zu viel Geld ausgeben müssen. Allen ist geholfen.

 

China ist nicht gut oder schlecht, China ist. (Ich hoffe, nicht zu viele Talkshow-Idioten, und besonders niemand von meiner Todesliste hat so argumentiert)

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K’jong Bilder

August 21, 2008

 

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Das Licht aus den Schalter um, hier ist das Imperium

August 20, 2008

Musste mich lange durch random play klicken bis ich einen fähigen Titel gefunden habe, und ich denke es gibt wenige, die den Zusammenhang herstellen können (in diesem Zimmer in den eigenen vier Wänden). Stoiber hat gar nicht das copyright auf den Problembären, sondern er hat dreist bei den Tragically Hip geklaut.

 

Der letzte Eintrag ist schon einige Zeit, und an den Inhalt des letzten Eintrags kann ich mich auch nicht mehr erinnern deswegen gibt’s die letzten Neuigkeiten im Telegramm:

 

Neues Haus – Filipino-Mitbewohner (kocht gut) – Soroti awesome – American Peace Corps: ganz in Ordnung (faire party) – Arbeit macht Spass – Praktikum ded – Billardspiel entscheidend verbessert

 

Was Neues?

 

War zwei Wochen in Karamoja und liebe es. Von den ganzen Vorturteilen, die der Rest Ugandas über diese Region (haben alle Schwänze (hinten), laufen den ganzen Tag nackt rum, zwingen alle Fremden auch dazu, nackt rumzulaufen, trinken nur Blut und erschießen Gäste aus Spass) hat sich nur eines bestätigt: remote.

 

Die Straße nach Moroto ist schon im Katakwi Distrikt ein Verbrechen. Sobald man den kleinen Durchbruch zwischen zwei beeindruckenden Dreitausendern passiert hat, die aus dem Nichts aus Ebene auftauchen, wird’s stellenweise ein Würfelspiel, ob man ankommt oder steckenbleibt. (Zur Sicherheit telefoniert man erstmal in die Distrikthauptstadt, ob der Bus angekommen ist, den man am nächsten Tag zurück nach Soroti nehmen möchte.)

Das einzige, was zwischen den Dornbüschen noch wächst sind Sonnenblumen, die erstaunlich Hitzeresistent sind (schon wieder was gelernt!). Sonne schlägt Lichtschutzfaktor 30 auf vorgebräunter Haut.

 

Wenn man aus dem Bus raus ist, gibt’s erstmal keinen Transport mehr – eine Umstellung, wenn man den Rest Ugandas betrachtet, wo zumindest einmal am Tag zumindest ein Viehtransporter durchkommt. Die 15km nach Lotome geht’s glücklicherweise auf dem Rücksitz eines Motocrossbikes, da mein Arbeitgeber dieses einzige Motorad im Dorf besitzt.

 

Der Empfang und die Unterkunft sind wiederum traumhaft. Das fühl dich wie zuhause ist in diesem Fall ernst gemeint. Meine Hütte steht mitten im Hof, nachts kann ich den Vater der Familie durchs Fenster schnarchen hören (und nach meiner Ankunft fläzt er (Jimmy) sich auch erstmal in seinen Liegestuhl, der wohl auch der einzige in Karamoja, wenn nicht ganz Uganda ist – zwei Parallelen zu FR-St.Georgen – und Papa, bitte nicht beleidigt sein, wenn ich hier Familieninterna ausplaudere.)

 

Eine weitere Parallele ist die gute Küche von meiner neuen Mama Rose. Auch wenn die Auswahl eher begrenzt ist (Ziege, Huhn oder Bohnen), das Essen schmeckt immer. Morgens kocht sie Wasser für mich, damit ich kein kaltes Wasser zum Waschen nehmen muss. Manchmal greift sie etwas daneben beim Versuch mir Wünsche von den Lippen abzulesen. Habe mal erwähnt, das ich gerne Leberle esse. Die ich am nächsten Tag dann auch bekommen: zum Frühstück (for Champions)Muss sie unbedingt mit nach Soroti nehmen, aber wahrscheinlich muss ich für sie zwei Sitze im Bus bezahlen und da sie den einzigen Laden im Dorf besitzt (Rasierklingen, Waschmittel, Seife, Batterien, Bohnen, Mehl, Süssigkeiten, Bier – was will man mehr) wäre es den Anderen gegenüber unfair.

Die Arbeit bei OCODI (Omaniman Community Development Initiative, benannt nach dem Omaniman River, dessen Wasserspiegel je nach Laune und Regen um Meter schwankt – mehr nach Laune) ist interessant. Im Büro arbeiten fünf Mitarbeiter, alles gelernte Sozialarbeiter aus dem Dorf. Dazu sitzen gut zwanzig Leute vor dem Büro rum, da es ja sonst nichts in Lotome zu tun gibt. Meine Kollegen sitzen mittendrin, da sie Sozialarbeiter sind und auch sonst wenig zu tun haben. Das hängt auch damit zusammen, dass der DED den 2008 Etat noch nicht überwiesen hat. Was wiederum auch bedeutet, dass ab September, oder wann das Geld auch immer da ist, implementiert wird wie nichts, damit der Etat auch aufgebraucht wird. Manchmal ist man auch im Feld unterwegs – Bier in den Nachbardörfern trinken und Sozialarbeitern. Die Jungs machen aber wirklich eine gute Arbeit, viele im sub-county sprechen von „umserem“ OCODI, und ein besseres Lob kann es wohl kaum geben. Dank Solarplatten auf dem Dach ist das Büro auch der einzige Platz im sub-county an dem man sein Handy aufladen kann, wird von den Soldaten, die die Kühe des Dorfes bewachen, gerne genutzt

 

Der männliche Karimojong hat immer seinen kleinen Schemel dabei, da Sitzgelegenheiten beschränkt sind und man sich zum Bier trinken auch nicht in den Sand setzten möchte. Das Bier macht satt, deshalb trinken nicht wenige es auch zum Frühstück. Ausserdem beliebt: Schnupftabak und Kartenspielen. Da vergeht auch die durchschnittliche Wartezeit an der Bushaltestelle (5h, wenn er denn kommt) wie im Fluge. Zum Pissen geht man hinters Haus, doch für einen „long call“ geht man beim LC V-Chairman (dem Chef der Regionalverwaltung) vorbei, der die einzige Toilette im Dorf besitzt.

Wäre lustig, das Gleiche mal in Deutschland zu machen: halb betrunken bei G.Oettinger zu klingeln und fragen, ob man mal in seine Toilette scheissen darf. Aber hier (in Afrika bei den Schwatten) ist ja alles Verwandschaft während dort (in der Zivilisation) alles so anonym ist.

 

Habe aber auch richtig gearbeitet, und u.a. eine Broschüre gezaubert, die mit jeder PR-Agentur mithalten kann. Die Homepage über OCODI geht bald online und die Adresse gibt’s dann hier

 

FAZIT: Karimojong sind großzügig, liebenswert, aber etwas verrückt.

 

Zur Belohnung gings nach zwei wochen nach Kampala, um Kate Geburtstag zu feiern. Viel zu viel zu viel zu essen im La Fontaine, Irish Car Bomb trinken und mein Geschenk (eine Torte mit einem Foto von Oprah draufglasiert) essen. War auch Spass. Hatte am nächsten Tag eine „serious visit by Mr Honorable Hangover“ wie man hier (Afrika, im Busch, deep deep in the village bei den Negerkindern).

 

Wir müssen wenden. Wir müssen uns verschwenden an die Sache die viel größer ist als wir verkraften können.

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Soroti so far

July 12, 2008

Heute kann ich sogar etwas über die Arbeit erzählen. Auch wenn die Lust dazu fehlt, die alte Karamoja-Geschichte noch mal aufzuwärmen. Mach ich aber trotzdem, um den Bildungsauftrag zu erfüllen. Redundanz ist außerdem wichtig im Radionachrichten schreiben.

 

Wir haben zwei Gruppen. Beide sind wohl vor 800 bis 400 Jahren nach Nordostuganda eingewandert. Die einen fanden die Hügel und Halbwüsten auf der einen Seite der Berge interessant und lebten dort halbnomadisch, wie sie es gewohnt waren. Die anderen zogen mit ihren Rindern über die Hügel in die sumpfigen Ebenen dahinter und bauten dort als Zubrot ein wenig Gemüse und Getreide an. Man gab sich Namen. Die gaben den anderen einen Namen, der sich von „die alte Frau braucht Ruhe ableitet“ und dann zu Karamojong verkürzt wurde. Die Karamojong sahen ihre Brüder nicht zurückkehren aus dem Land jenseits der Hügel und nannten dieses Land Teso = Graveyards.

 

Heute haben wir zwei Völker, die sich misstrauen. Die einen sind weniger arm, haben aber Angst vor den Anderen. In den Augen der Anderen sind die Einen jedoch Verräter und Betrüger, denen man nicht vertrauen kann. Die Einen sind sesshaft geworden, während sich alles im Leben der Anderen um Kühe dreht. Die Anderen überfallen die Einen und stehlen ihr Vieh. Trotzdem sind die einen etwas wohlhabender, weil es bei ihnen öfters regnet.

 

So siehts aus.

 

Die Cattle Raids haben ein grossflächig unbesiedeltes Grenzgebiet zwischen den Teso Districten Amuria, Katakwi und Kumi auf der einen Seite und den Karamoja-Distrikten Obim, Moroto und Nakapiripirit hinterlassen. Das bietet den Viehdieben (wirkt im deutschen etwas zu harmlos für mit Maschinengewehren und Handgranaten bewaffnete Krieger) zusätzlichen Raum, in dem sie sich bewegen können.

 

Hier kommen der ded und die Partnerorganisationen auf beiden Seiten ins Spiel. Wir (!) versuchen, das Vertrauen zwischen beiden Gruppen zu fördern und auch die Gewalt innerhalb der Gruppen zu vermindern (auch Karamojong, die keine Waffen besitzen, werden Opfer anderer Clans). Dafür werden eine ganze Menge Methoden angewandt. z.B. Ein Dammprojekt, bei dem beide Völker gemeinsam arbeiten. Der Wasservorrat verringert auch die ökonomische Verwundbarkeit, die ebenfalls zu neuer Gewalt führt bzw. führen kann. CHIPS (Christian International Peace Service) Freiwillige bauen ihre Hütten im Niemandsland und bilden Siedlungskerne für Rückkehrwillige und Karamojong, die aus ihre Halbwüste fliehen. Größere Siedlungen sind besser zu verteidigen und Besiedlung erschwert gleichzeitig die Bewegung von Viehdieben.

 

Ausser diesem projekt wird sonst fast alles genutzt: Peace Training (auch für Armee-Einheiten), Feste, Musik, Kino, Womens Groups, Projekte zur Einkommensgenerierung und eben auch Medien.

Wir machen Radioshows, monatliche Newsletter, kurze Videodokumentationen usw.

 

Der Alltag ist: Kontakte pflegen, stundenlang über Pisten fahren und qualitätssichernde Büroarbeit. Aber dafür darf man in Soroti leben, und Soroti ist nicht so schlecht wie anfangs gedacht. Es werden doch nicht um 10h die Bürgersteige hochgeklappt. Man kann hier ganz gut ausgehen. Wird also nicht so langweilig. Auch wenn einige Bars am Freitagabend um 9h kein Bier haben und die meisten Bars einfache Räume mit Kühlschrank, Theke, Plastikstühlen auf der Straße und Pool-Table sind. Club Trend hat die Atmosphäre einer Großraumdisco irgendwo im tiefsten Oberschwaben (mit Spiegelwand!), macht aber trotzdem Spass.

Tagsüber ist es gemütlich. Kaum Autos (jeder kennt jeden und auch die Besitzer der Autos „hab sein Auto in der Market Street gesehen“), fast nur Räder. Die NGO-Gemeinde ist klein, obwohl Soroti ein großes Gebiet abdeckt. Es sind fünf Deutsche in der Stadt. Meine Chefin Edith, Old-School Entwicklungshelferin (Sozialpädagogik nehme ich an), ziemlich abgezockt, professional und trotzdem nett. Jan, bei dem ich erstmal untergekommen bin. Auf den ersten Blick macht er den Eindruck eines etwas schnöseligen KMW-Studenten mit Tennisclubmitgliedschaft (könnte auch stimmen). Aber er ist wirklich in Ordnung und bildet einen Kontrast zu den typischen Entwicklungshelfern. Er macht die Medienprojekte beim ded in Soroti. Dann gibt’s noch mich, einen anderen Typen, der etwas mit Sanitation und Wasser macht, und einen Dauerresidenten vom ASB.

Sehr familiär.

Es gibt ein Restaurant mit gutem westlichen Essen (Soroti Hotel), wo man meistens einige der anderen gut 30 Expats trifft. Man kennt sich beim Namen, wie gesagt.

 

Ich werde euch die Schönheit des staubigen Nests in den nächsten Beiträgen näher bringen.

 

Gruesse an die Bahai-Leute, die meinen Artikel vor einigen Monaten verlinkt haben (und übersetztJ). Ich finde euren Glauben äusserst interessant und wollte niemanden beleidigen. Und der Garten ist der entspannteste Platz in Kampala. Und entschuldigen möchte ich mich bei der engagierten Gemeinde in Uganda, dass ich es immer noch nicht zu einem Gottesdienst geschafft habe.

 

Zum Schluss ein wenig Thilo Thielke und Spiegel-online-Kritik (und mit ihm soll das ganze Easterly-Pack untergehen. Für diese Konsorten habe ich nicht mal ein „manche stimmt ja eigentlich, aber“ übrig. (Vielleicht doch, die Borehole-Kritik ist gut, aber der Rest Schwachsinn, wie der WFP-Kollege belegen möchte.

 

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,565370,00.html

 

Und hier der Original-Thielke-Schwachsinn

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,551508,00.html

 

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Soroti Part II

July 8, 2008

Morgen gehts nach Soroti. Mit dem Bus. Und meinen gesamten Habseligkeiten. Meine Begeisterung, Kampala zu verlassen hält sich in Grenzen. Aber die Arbeit wird sicher interessant. Mehr gibts eigentlich auch nicht zu erzählen. Ich lasse hier viele Freunde und eine gute Zeit zurück. Wäre gerne länger in meiner Wohnung geblieben. Aber 6h Bus ist ja auch nicht die Welt.

Zu ugandischem Essen möchte ich immer noch etwas schreiben, aber nicht heute. Muss noch packen und abschiedsessen essen.

Hier sind ein paar Fotos von Ssese und unserer Housewarming-Party.

Ssese war übrigens entspannend wie immer. War sogar ein wenig auf dem Rad gesessen (+mörderischer Abfahrt ohne Bremsen). Die Opposition versucht immer noch, wichtige Politiker aus der NMR rauszulocken (Rugunda und der Vizeminister – vielleicht sieht man das Dreamteam der fast erfolgreichen Juba Peace Talks Ruganda und Norbert Mao von der DP in einem Bündnis für 2011). FDC ist mit ihrem jetzigen Vorsitzenden Besigye nicht koalitionsfähig, obwohl sie doch Bunyoro und Teso gewinnen könnten. Viele Jüngere FDC sind Publicity-clowns, weil man sich in diesem Land weniger durch ein gutes Programm als durch kernige Sprüche und Beschuldigungen gegen die Regierung einen Namen macht (am besten ist auch, wenn man mal im Gefägnis war, sei es wegen Korruption oder Vergewaltigung – man ist ein Opfer des Systems). Die zweitgrößte Oppositionspartei DP hätte mit Mao einen fähigen Kandidaten, aber die partei hat ihre Basis in Buganda und wird wohl einen Kandidaten aus dieser Region (Moslem oder Katholik) dem Acholi und Anglikaner Mao vorziehen. Allerdings scheint der jetzige Vorsitzende Ssebaana das Rennen aufgegeben zu haben. Als weitere Kandidaten bleiben der Bürgermeister von Kampala, Alhajji Nasser Ssebaggala oder der Kampala Central MP Erias Lukwago. Oder der durchaus fähige Chef der Jugendorganisation der Partei. Ob man aber um Mao (oder einen anderen) ein großes Bündnis organisieren kann ist fragwürdig. Die UPC ist wahrscheinlich noch am ehesten in eine Mao-Koalition zu bringen, was einige Prozente aus Norduganda bringen dürfte. Aber am Ende holt die FDC die Mehrheit in Bunyoro und Teso, dazu vielleicht 15% im Rest des Landes. DP gewinnt Buganda und Busoga, holt aber höchstens noch einiges im Westen. Die Conservative party und Die Sozialdemokraten stehlen einige Stimmen von der DP. UPC holt sich Acholiland und Langiland, und 0% im Rest. Was bedeutet: Museveni und die NMR erhält eine Blockwahl aus Ankole und Randgebieten wie Karamoja, und dazu im Landesdurchschnitt 35%. Besonders bei den Ugandern über 40 hat er CSU-Ergebnisse (wie zu besten Zeiten im tiefsten Niederbayern). Egal ob die NMR-Abweichler etwas organisieren können. Er muss gar nicht undemokratisch werden, um an der Macht zu bleiben (bis auf das er nach Verfassung keine vierte Amtszeit haben darf, aber dafür wird sich ein Weg finden), weil die Opposition mit zu vielen Egos bestückt ist und immer noch eine “es ist immerhin besser als früher”-Stimmung herscht.

Hab ich doch noch ein wenig content untergebracht. Ab zu den Bildern:

Williams und Daniel

Gerald am Grill

Meine liebenswerte Mitbewohnerin Kate

Daniel und Julius beim Fischen

Und da hat er was gefangen

Nach einem Tag Plantschen, in der Hängematte liegen, und der Stille zuhören, gibts am Abend wieder einen kitschigen Sonnenuntergang

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If it walks like a duck and talks like a duck, it is probably………….gay

June 25, 2008

War der Kommentar meiner Mitbewohnerin zu Christiano Ronaldo. Habe eine gute Zeit: rumhängen, geistige Getränken und Fußball schauen. Macht Spass, ist aber bald vorbei. Doch dazu später.

 

Ich wache spät auf, versuche mir sinnvolle Dinge zwischen aufwachen und Fussball schauen zu überlegen und genieße die Vorzüge einer richtigen Wohnung.

 

Dazwischen versuche ich Kate und den ganzen anderen Amerikanern die Schönheit des europäischen Fußballs näher zu bringen. Eher wenig erfolgreich, aber sie kommen trotzdem mit ins eher weniger schicke Casablanca, hauptsächlich um mir beim Fußballschauen zuzuschauen.

 

Ab Mitte Juni ist aber Schluss mit faulenzen, denn ich habe eine Praktikumsstelle gefunden. Für die Peacebuilding Abteilung des Deutschen Entwicklungsdienstes Friedensjournalismus-Konzepte entwerfen und implementieren. Ein Traumjob, der aber einen entscheidenden Haken hat. Die Zielgebiete liegen in der Teso- und Karamoja-Region. Soroti, wo ich wohnen und arbeiten werde, kenn ich schon von meinem Field Trip mit Royal Roads. Aber in einem Dorf in Karamoja wohnen, was zeitweise auch drin sein wird, ist etwas Neues. Keine guten Restaurants mehr, sondern Maisbrei und Bohnen; nicht mehr um 6h morgens heimkommen, sondern 22h Ladenschluss, keine sicheren Strassen von Kampala, sondern umgeben von Psycho-Karamojongs, die aus Spass auf Autos schiessen (ich hab dir doch gesagt, eine Kugel ist schneller als ein Motorrad). So stell ich mir das auf jeden Fall vor, aber ich lasse mich gerne positiv überraschen. Und alle Karamojong, die ich kenne, sind ziemlich nett.

 

Wie die Stelle im Detail aussieht, kann ich jetzt noch nicht sagen, da Genaueres in den nächsten Tagen geklärt wird. Auf jeden Fall kann ich ordentlich Material für meine Magisterarbeit sammeln und langsam bildet sich auch raus, dass dies ein Feld  ist, in dem ich mal arbeiten möchte. Wie auch immer, morgen weiß ich mehr. Wenn D die Türken weghaut ist mein Tag gerettet. Wenn nicht, geht’s etwas früher als geplant auf die Ssese-Islands, da ich mir die anderen Spiele auch nicht mehr anschauen muss.

 

Die glorreichen Uganda Cranes haben ein nicht weniger sensationelles 0:0 (im Vgl. zum 3:1 Heimsieg) in Angola rausgeholt und sind auf dem besten Wege, sich nach 32 Jahren wieder für den Afrika-Cup zu qualifizieren. Ob es auch für die WM reicht, wird sich in den letzten beiden Partien beim sieglosen Team aus Niger und dann zuhause gegen Benin zeigen. Das Spiel gegen Benin ist zwei Tage vor meiner Abfahrt und wenn sich Uganda in die entscheidende Qualirunde vorkämpft, wird’s eine gute Party.

 

 

 

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Bilder

June 16, 2008

Mein drittschönstes Poster

Mein zweitschönstes Poster. Bei seiner fiesen Beule am Hinterkopf würde ich auch immer einen Hut tragen. Und nun zum Gewinner:

 

 

 

 

 

Eine Kollektion von den schönsten Fotos

Afrika Kitsch

Noch mehr Afrika-Kitsch

Auf diese Schule würde ich meine Kinder schicken

Wenn der Nationalpark zu teuer ist, geht man in den Zoo. Dort gibts Tiere in Käfigen und auch ausserhalb von Käfigen in erschreckender Größe. Die meisten haben ein ausgeprägtes Sexualleben und lassen andere dabei zuschauen. Zum Beispiel dieser Bruder, der sich seine “private parts” sonnen lässt:

Auf Sicherheit wird Wert gelegt, andere Schilder weisen darauf hin, dass Tiere auch Gefühle haben und man keine Steine auf sie werfen soll (die Viecher könnten aber auch ein wenig Entgegenkommen zeigen und nicht nur den ganzen Tag in der Sonne faulenzen.

Die gefährlichsten Tiere im Zoo sind aber diese. Für Safari Ants gibts keine Warnschilder, und wenn man mal zufällig in ihre Straße tritt, laufen Hunderte die Beine hoch und setzen sich mit ihren Nagelknipserzangen an Hose, Haut und Schuhen fest. Wenn sie sich erstmal festgebissen haben, bekommt man sie nicht so leicht los und schmerzen sind inklusive.

Ein Blick in die grauenvollen Augen des Schuhschnabels, des zweithässlichsten Tieres in Uganda

Die meisten sind aber Feiglinge und verstecken sich hinter einem Zaun, wenn ich sie zum fairen 1:1 herausfordere

Auf dem Heimweg kamen wir an einer deutschen Schule vorbei, die sich als Sikh-Tempel tarnen wollte. Ich habe aber in Geschichte aufgepasst und den Schwindel anhand der Ornamente im Zaun erkannt.

Politisch siehts problematisch aus im Moment:

http://allafrica.com/stories/200806160001.html

Und Nachtrag zur WM-Quali in Afrika:

Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir in Südafrika ein paar neue Gesichter vom afrikanischen Kontinent zu sehen bekommen. Länder wie Burkina Faso, Rwanda, Malawi oder Swaziland führen ihre Qualigruppen an und ausser Nigeria zeigt sich keines der etablierten Fussballländer souverän.

Das waren genug Infos und Fotos, ihr hört erst wieder von mir, wenn D europameister ist oder ich ein Praktikum in Kampala habe (bisher war bei den Angeboten nur Stellen auf dem Land oder im Ausland dabei.

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Meine Katze hasst Mediengruppe Telekomander

June 15, 2008

So siehts aus, und sie kann den laptop bedienen. Eine sehr clevere Katze.

Jobsuche ist immer noch zäh. Und EM schauen bis spät in die Nacht macht müde. Soviel zu mir.

Gesine ist nach Hause gefahren. Wir waren eigentlich ein ganz gutes Team und ich denke mal sie hatte auch eine gute Zeit hier.

Viel wichtiger aber: Uganda hat in einem legendären Spiel den WM-Teilnehmer Angola 3:0 vom Platz gefegt, und ich war im Stadion. Naambole war auch fast gefüllt, was eher überraschen war, da es letzte Woche eine blamable 4:1 Auswärtsniederlage in Benin gab. Stimmung überragend. Jedes Blutgrätsche und gewonner Einwurf wurde gefeiert, wie wen Uganda den Siegtreffer im WM-Finale erzielt hätte. Dann passte auch der erste Torschuss und die Leute sind komplett ausgetickt (ich teilweise auch). Alles in Gelb-Rot. Das Stadion erlaubt auch eine überraschend gute Geräuschkulisse. Habe es noch nie so voll gesehen und nicht so viel erwartet, da die Buaweise eher klassisch (Schüssel) ist. 2:0 nach einer Ecke reingestolpert und nach dem Obua den Ball wie Robben am Tag davor aus spitzen Winkel zum 3:0 ins Tor jagt, wurden Pyros ausgepackt, und ungefähr 500 Leute haben einen Umzug einmal rundrum durch alle Blocks veranstaltet (Scheiss auf Zäune und Ordner!). Bin etwas früher raus, und habe gerüchteweise noch das 3:1 verpasst. Das kommt aber in meiner Erinnerung an das Spiel nicht vor, ist also unbedeutet. Der Sieg ist mit einem 3:0 von Österreich im Spiel morgen zu vergleichen (mit Fussball die Welt erklären; und Fussball

Die Rückfahrt war aussergewöhnlich auf dem boda, und ich hatte einige Male den Tod vor Augen, da mein Fahrer selten beide Hände am Lenker hatte, da er mit Jubeln und hupen beschäftigt war, dazu gerast ist und der Strassenrand mit Leuten zugestellt war. Alles wie in D vor zwei Jahren nur wesentlich wilder (hätte nicht gedacht, dass dieses Wort in diesem blog in diesem Zusammenhang auftauchen würde). Habs überlebt und heute wird immer noch gehupt udn auf Autos rumgehüpft.

Muss los, Bilder gibts morgen.

Oyeeeeeeeee Uganda Cranes

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Fotos Soroti

June 9, 2008

 

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Kasubi Town

June 9, 2008

Seit Dienstag habe ich wieder eine Küche mit Kühlschrank, was vielleicht nicht meinem Geldbeutel aber meinem Magen entgegenkommt. Ugandisches Take-Away macht meine Hosen eng und lässt mein Kinn verschwinden. (Der versprochene Essensbeitrag kommt auch bald.)

Die Küche steht in meiner neuen Wohnung (die soweit nichts besonderes ist) und diese neue Wohnung ist in Kasubi, kaum 500m entfernt von den Buganda-Königsgräbern. Das wars dann aber auch schon an Eigenheiten. Kasubi ist ein typisches Mittelklasse-Viertel mit Lehrern, Händlern und Angestellten. Grüne Hügel mit Häusern dazwischen, die zwar nicht gross sind, doch aus soliden Ziegeln gebaut und mit ordentlichen Dächern. Ein Stück die Strasse runter ist eine Kreuzung mit Boda und Matatu-Stand, einem Tante-Emma-Laden, zwei Bars, Videothek und Mammis, die auf kleinen Holzkohle-Grills Mais, Fleischspiesse und Chapatis zubereiten. Sehr gemütlich.

Keine Pork Joints und 24h Stauwie im Nachbarviertel Nakulabye, keine Fast-Food-Läden, Studentendiskos und Autowerkstätten wie in meiner vorherigen Heimat Wandegeya.

Im Erdgeschoss ist eine kleine Klinik und ein Copyshop. Neben uns wohnt eine gefühlt 20-köpfige Sudanesenfamilie und im 2.OG eine übermäßig fette Prostituierte.

 

Freitag wurde die obligatorische Einweihungsparty veranstaltet. War sehr amüsant. Gerald hatte einen Grill organisiert. Wenn man in Uganda eine Grillparty organisieren will, merkt man erstmal, wie bequem ein Barbecue in Deutschland sein kann. Wenn man zum Beispiel entdeckt, dass die Tüte mit 5kg Schweinefleisch, weder Steaks noch ordentliche Stücke für einen Spieß enthält, sondern einfach 5kg von Körperteilen eines toten Tieres, die ich dann mit unserem stumpfen Küchenmesser in essbare Stücke zerlegen musste. Von den 5kg blieb ungefähr 1kg übrig. Lecker selbergmetzgert.  Oder wenn einem die Grillkohle ausgeht, gibt’s keine Tankstelle, bei der man kurz vorbeifahren könnte.

War aber wie gesagt sehr amüsant. 50% WG-Party in D und 50% Pork Joint in UGA. Und die Mehrzahl der Gäste war neu für mich.

Und bei ugandischen Gästen kann man sicher sein, dass nichts übrig bleibt und auch noch der letzte Fetzen verbranntes Hähnchen gegessen und der letzte Vodka-Plastikbeutel geleert wird.

 

Das eigentlich Highlight war jedoch, dass Samstagmorgen kein Wasser da war (und auch bis heute nicht zurück ist) und wir uns in der Nach-Party-Trägheit nicht ausraffen konnten, Jerrycans mit abgefüllten Wasser für Abwasch usw. zu kaufen.

 

Heute geht die „very rigid search“ für einen Praktikumsplatz los. Da Feiertag ist (Heute vor 22 Jahren hat die NRA Kampala eingenommen), fange ich mit mails an, was wahrscheinlich nicht sehr erfolgreich sein wird.

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